Vielleicht haben Sie sich auch schon gefragt, ob Sie jetzt endlich auf LinkedIn aktiver werden müssen, oder doch lieber einen Podcast starten sollten. Die Frage fühlt sich dringend an. Und sie lenkt davon ab, was Sie eigentlich zu sagen haben.
Stellen Sie sich die Geschäftsführerin eines mittelständischen Familienunternehmens vor. Sie möchte „endlich sichtbarer werden“. Der Plan steht bereits: dreimal pro Woche auf LinkedIn posten, dazu ein eigener Podcast. Ihre Frage lautet: Welcher Kanal bringt am meisten?
Im Gedankenraum stellen wir diese Frage zunächst zurück und beginnen mit einer anderen: „Darf ich Sie zu Beginn ein wenig kennenlernen?“ Was treibt Sie in Ihrer Branche wirklich an? Worüber ärgern Sie sich, wenn andere darüber sprechen? Und was sollen Menschen nach einem Gespräch mit Ihnen anders sehen als vorher? Sie erzählt, wie sie selbst das Unternehmen übernommen hat, viel zu spät und fast ohne Vorbereitung. Am Ende liegt ein Satz auf dem Tisch, der vorher nirgends stand: Nachfolge im Familienunternehmen muss Jahre früher offen kommuniziert werden, als die meisten es tun.
Erst jetzt kommt der Medienraum ins Spiel. Im Studio-Talk spricht sie über genau dieses Thema, frei und mit eigenen Erfahrungen. Aus einer Aufzeichnung entstehen ein Interview, mehrere kurze Clips und Beiträge, die sie selbst schreibt. Die Plattform ist nicht mehr der Ausgangspunkt, sondern der Verstärker einer Haltung, die bereits da ist.
Im Resonanzraum zeigt sich der Unterschied: Statt vieler Likes kommen Nachrichten von Unternehmern in ähnlicher Lage, eine Einladung zu einer Podiumsdiskussion und ein Gespräch mit der regionalen Presse. Nicht, weil sie häufiger gepostet hat, sondern weil man spürt, dass sie wirklich etwas zu sagen hat.
Genau das ist Ausstrahlung: Klarheit, die auf jeder Bühne wiedererkennbar bleibt.
Probieren Sie es aus: Stellen Sie sich die drei Fragen selbst und schreiben Sie die Antworten auf, ungefiltert und in Ihren Worten. Darin steckt mehr Ausstrahlung als in jedem Redaktionsplan.