Vielleicht sitzen auch Sie manchmal vor einem leeren Dokument und versuchen, das Besondere an Ihrem Unternehmen in Worte zu fassen. Am Ende stehen Sätze da, die stimmen, aber nach nichts klingen.
Stellen Sie sich den Geschäftsführer eines regionalen IT-Dienstleisters vor. Seit Wochen soll er einen neuen Text für die Website liefern und ein paar Beiträge für LinkedIn. Er schreibt, verwirft und schreibt neu. Am Ende stehen Worte wie „innovativ, kundenorientiert, zuverlässig“. Nichts davon ist falsch. Aber nichts davon unterscheidet ihn von hundert anderen.
Im Studio-Talk gibt es kein Skript, sondern Fragen. Die erste lautet: „Darf ich Sie zu Beginn ein wenig kennenlernen?“ Auf die Frage, warum er das Unternehmen damals gegründet hat, erzählt er von einem Kunden, dessen Server an einem Feiertag ausfiel, und davon, dass er selbst hingefahren ist. Mitten in dieser Geschichte fällt ein Satz: „Wir gehen ans Telefon, wenn andere schon Feierabend haben.“ Diesen Satz hätte er nie in einen Entwurf geschrieben. Im Gespräch war er einfach da.
Genau das ist die Arbeit im Gedankenraum: Das Gespräch legt frei, wofür jemand wirklich steht. Im Medienraum wird daraus Material, das trägt: ein kurzer Clip mit genau diesem Satz, ein Website-Text in seinen eigenen Worten, LinkedIn-Beiträge, die nach ihm klingen und nicht nach einer Broschüre.
Im Resonanzraum zeigt sich, warum das funktioniert: Menschen reagieren, weil sie einen Menschen hören. Kunden erzählen ihm, dass sie genau das an ihm schätzen. Bewerber schreiben, weil sie in so einem Team arbeiten wollen.
Die stärkste Botschaft war nicht vorbereitet. Sie ist im Gespräch entstanden.
Probieren Sie es aus: Bitten Sie einen Menschen, dem Sie vertrauen, Ihnen fünf Fragen zu Ihrer Arbeit zu stellen, und nehmen Sie das Gespräch mit dem Smartphone auf. Hören Sie es sich danach in Ruhe an. Fast immer steckt darin ein Satz, der mehr über Sie sagt als jeder Entwurf.