GEDANKENRAUM
Wie bleibt mein Unternehmen zukunftsfähig?
Kennen Sie das Bild, das seit Jahren bei Ihnen im Flur hängt? Sie gehen jeden Morgen daran vorbei, und irgendwann sehen Sie es gar nicht mehr. Bis ein Gast stehen bleibt, lächelt und fragt: „Seid ihr das? Wie jung ihr da noch ausseht.“
Ich mag diese Momente. Denn plötzlich schauen Sie selbst wieder hin. Und merken: Das Bild ist dasselbe geblieben. Sie aber nicht.
An genau solche Augenblicke denke ich, wenn mich jemand fragt, warum manche Geschäftsbeziehungen nicht nach einem Projekt enden, sondern über Jahrzehnte halten. Und warum aus ihnen immer wieder etwas Neues wächst.
Und vielleicht kennen Sie auch die Frage, die gerade so viele Unternehmerinnen und Unternehmer beschäftigt: Wie bleibe ich mit dem, was ich aufgebaut habe, zukunftsfähig? Meine Antwort beginnt selten bei der Technik. Sie beginnt bei Menschen, die einander lange kennen.
Wie fängt so ein langer Weg an?
Meistens ganz unspektakulär. Mit einem gemeinsamen Projekt. Bei einer meiner schönsten Begleitungen liegt dieser Anfang inzwischen fast zwei Jahrzehnte zurück. Ein Unternehmen wollte sich neu positionieren. Sie war als Juristin für die passenden Worte zuständig, für jede Formulierung, auf die es bei einer Positionierung ankommt. Und ich sollte genau diese Worte erzählen, in Wort, Bild und Ton, damit man sie nicht nur liest, sondern erlebt.
Irgendwann haben wir gemerkt: Da ergänzt sich etwas. Jeder in seinem Fachgebiet, jeder auf seine ganz eigene Art.
Dr. Anette Schunder-Hartung bringt einen Fundus mit, der mich bis heute beeindruckt. Erfahrung als Wirtschaftsredakteurin, als Rechtsanwältin, als Business Coach und Buchautorin. Vor allem aber hat sie ein feines Gespür für die richtige Frage. Für diese eine Frage, nach der Unternehmen ihren Kurs neu bestimmen. Ich bin der, der sich um alles rund um die crossmediale Kommunikation kümmert: wie man auftritt, wo man sichtbar wird, welche Geschichte erzählt werden will.
Aus Zusammenarbeit wurde Vertrauen. Und aus Vertrauen wurde mehr. Zuerst eine Sendung, die Experten Talkshow, in der wir beide als Moderatoren und Redakteure vor und hinter der Kamera stehen, beide mit journalistischem Hintergrund und jeder mit dem Fachwissen, für das man ihn kennt. Für unsere Sendungen haben wir damals sogar gemeinsam Gäste gecastet, zum Beispiel auf einem Fachkongress für Juristen, begleitet vom hessischen Fernsehen.
Aus den Themen und Fragen, die uns dort begegnet sind, wuchs dann ein Buch. „Strategien für Dienstleister“ haben wir 2020 geschrieben, mitten in der Coronazeit, zu dritt gemeinsam mit Martin Kistermann. Anfang 2021 ist es bei Springer Gabler erschienen. Und weil es aus der Praxis kommt, hat es bis heute seinen festen Platz bei Leserinnen und Lesern. Wir wollten eben nicht nur zusammen schreiben. Wir wollten Menschen begeistern.
Was wächst, wenn man sich lange kennt?
Gemeinsame Wege, gemeinsame Erlebnisse, gemeinsame Erkenntnisse. Das ist das Fundament, das trägt. Und gerade heute, wo so vieles mit einem Wisch vom Bildschirm verschwindet, wird dieses Fundament kostbar. Ein offenes Ohr ist oft mehr wert als ein flüchtiger Chat. Und ein offenes Wort im richtigen Moment ist einfach Gold wert.
Wer jemanden über viele Jahre begleitet, kennt irgendwann mehr als die Visitenkarte. Man kennt die Räume, in denen gearbeitet wird. Das Team drumherum. Die Termine, die fordern, und die Themen, bei denen die Augen anfangen zu leuchten.
Und man darf etwas, das am Anfang einer Zusammenarbeit kaum jemand wagt: ehrlich fragen. „Bist du das noch?“ Nicht als Kritik, sondern als Geschenk. So wie der Gast im Flur, der Ihnen das alte Bild wieder sichtbar macht.
Genau darin liegt für mich das Geheimnis langer Wege. Man hört nicht auf, einander Fragen zu stellen. Und man hört nicht auf, sich selbst hinterfragen zu lassen. Ich übrigens auch nicht.
Wann ist es Zeit für einen neuen Auftritt?
Selten, weil etwas kaputt ist. Viel öfter, weil jemand gewachsen ist. Neue Themen, ein neues Team, eine Haltung, die sich geschärft hat. Und der Auftritt erzählt irgendwie noch die Geschichte von gestern.
Ich kenne das von mir selbst. Dieses Pressefoto stammt aus den Anfangsjahren unserer Sendung. Ich mag es bis heute. Und trotzdem: Der Mann darauf bin ich, und doch bin ich es nicht mehr ganz. Meine Bilder von heute erzählen eine andere Geschichte.
Mitte 2026 haben wir uns dann gemeinsam für einen Relaunch ihrer Website entschieden. Und weil wir uns so lange kennen, ging das Gespräch schnell über Farben und Menüpunkte hinaus. Es ging um Haltung, um die Menschen und um das, was man beim ersten Klick spüren soll. Ich habe die Strategie entwickelt, und mein Entwicklungsteam bei entertain MARKET hat sie umgesetzt, mit neuen Technologien und allem, was dazugehört.
Die Werte bleiben. Der Auftritt wächst mit.
Irgendwie schließt sich damit ein Kreis. Denn genau diese gelebte Transformation ist es, über die wir damals in unserem Buch geschrieben haben. Ein paar Gedanken zu der Frage, was eine Website heute leisten darf, habe ich übrigens in „Wofür steht Ihre Website heute?“ gesammelt.
Warum gehören Fotos schon in die Strategie?
Und dann kam der Moment, an dem klar war: Diese Website lebt von Bildern. Nicht von irgendwelchen, sondern von echten. Weil Menschen zuerst Menschen sehen wollen, bevor sie Texte lesen. Weil eine Bücherwand mehr über ein Haus erzählt als jede Aufzählung. Und weil ein Foto, das man erst ganz am Ende sucht, oft nur noch Lücken füllt.
Ich vergleiche das gern mit dem Hausbau. Wer plant, zeichnet die Fenster gleich mit ein. Er setzt sie nicht hinterher irgendwo in die fertige Wand. Fotos sind die Fenster einer Website. Durch sie schauen Menschen hinein, lange bevor sie anklopfen.
Deshalb standen die Bilder bei diesem Relaunch schon in der Strategie, bevor die erste Seite gebaut war. Welche Räume erzählen mit? Wer soll zu sehen sein? Und wo werden die Bilder später überall leben, quer auf der Website, hochkant auf dem Smartphone?
UNSER TIPP · FÜR DEN BLICK IN DEN FLUR
Drei Fragen, die ein guter Weggefährte stellt
- Erkennt man Sie sofort? Wer Sie heute trifft, sollte auf Ihrem Profilbild denselben Menschen wiederfinden.
- Erzählen Ihre Bilder von heute? Zeigen sie Ihr aktuelles Team, Ihre Räume und Ihre Themen, oder die von vor fünf Jahren?
- Wer darf ehrlich zu Ihnen sein? Fragen Sie jemanden, der Sie lange kennt, was er an Ihrem Auftritt vermisst. Die Antwort ist oft ein Geschenk.
Und wie geht die Geschichte weiter?
Im nächsten Beitrag nehme ich Sie mit an den Tag, an dem genau diese Bilder entstanden sind. Mit zwei Oberteilen zur Auswahl, einer Frage nach dem Lachen und einem Ruf durch den Raum, auf den ich mich jedes Mal freue.
Für heute bleibt mir nur eine Frage an Sie, und sie hat mit dem Bild in Ihrem Flur zu tun:
Wer darf Ihnen sagen, dass Sie gewachsen sind?
KENNEN SIE DAS?
Wer stellt Ihnen die ehrlichen Fragen?
Im Studio-Talk schauen wir gemeinsam auf Ihren Auftritt von heute und darauf, wohin Sie gewachsen sind. Vertraulich, unverbindlich und kostenlos.
WEITERFÜHRENDE BEITRÄGE
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