Zum Inhalt springen
MEDIENARBEIT

Raus aus der Social-Media-Bubble

Von Dirk Rabis, Medienstratege · Veröffentlicht am 27.02.2025 · Themen: Social Media, Medienarbeit, Reputation
Titelbild zum Beitrag: Raus aus der Social-Media-Bubble, hin zu echter Sichtbarkeit in den Medien.

Gesehen werden ist nicht dasselbe wie entdeckt werden

Unsere digitale Welt lockt mit vielen, meist geschlossenen Netzwerken, in denen Algorithmen bestimmen, was wir sehen und was nicht. Wer sich nur innerhalb seiner gewohnten Blase bewegt, wird vielleicht gesehen, aber kaum entdeckt.
Echte Sichtbarkeit entsteht nicht innerhalb geschlossener Bubbles, sondern außerhalb davon.
Wie gelingt das, ohne sich im Social-Media-Dauerloop zu verlieren? Hier einige Impulse, die mit echter Reichweite und Relevanz belohnt werden.

1. Verlassen Sie die Komfortzone Ihrer Bubble

So bequem es auch ist, immer dieselben Meinungen und Themen in der eigenen Timeline zu sehen: Wirkliche Sichtbarkeit entsteht erst, wenn Sie von Ihrer Zielgruppe auch außerhalb geschlossener Netzwerke wahrgenommen werden. So auch von öffentlichen Medien, die unabhängig berichten und in der Regel nicht in geschlossenen Netzwerken recherchieren und publizieren.
Wer sich nur auf eine Plattform oder ein bestimmtes Netzwerk verlässt, verpasst die Chance, auf neue Zielgruppen zu treffen. Wagen Sie den Schritt in öffentliche Kanäle, sei es durch Fachmedien, Gastbeiträge oder Interviews mit unabhängigen Redaktionen.

2. Setzen Sie auf echte, journalistische Reichweite

In Zeiten, in denen KI-generierte Inhalte das Netz fluten, wächst das Bedürfnis nach authentischem, gut recherchiertem Journalismus. Und genau hier liegt eine große Chance: Öffentliche Berichterstattung bringt Ihnen eine Reichweite und Reputation, die weit über soziale Netzwerke hinausgeht.
Presseberichte, Fachmagazine, Radio oder TV haben eine nachhaltigere Wirkung, weil sie Menschen erreichen, die aktiv nach fundierten Informationen suchen.

3. Social-Media-Wahn? Setzen Sie auf Effektivität!

Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, woher manche Menschen die Zeit nehmen, täglich unzählige Beiträge zu liken, zu kommentieren und in jeder Diskussion präsent zu sein, neben ihrem eigentlichen Job? Die Realität ist: Viele lassen das längst von KI erledigen. Automatisierte Kommentare, vorformulierte Reaktionen. Die „persönliche“ Interaktion in sozialen Medien ist oft nur eine Illusion.
Verlieren Sie sich nicht im endlosen Like- und Kommentar-Marathon, sondern veröffentlichen Sie strategisch wertvolle Inhalte, und zwar dort, wo sie echte Wirkung entfalten.

4. Qualität statt Algorithmus-Fütterung

Posten, um einen Algorithmus zu bespielen? Das ist auf Dauer wenig nachhaltig. Echte Relevanz entsteht durch Substanz. Wer wertvolle Inhalte liefert, wird wahrgenommen, unabhängig davon, ob eine KI sie „belohnt“ oder nicht.
Konzentrieren Sie sich auf fundierte Inhalte, die echten Mehrwert bieten, anstatt auf Likes und kurzfristige Trends zu setzen.

Ein Beispiel: Die Geschichte, die aus der Blase wollte

Vielleicht kennen Sie das: Unter Ihren Beiträgen stehen immer dieselben zwanzig Namen. Man kennt sich, man applaudiert sich gegenseitig, manchmal so schnell, dass man sich fragt, ob da überhaupt jemand gelesen hat. Es fühlt sich an wie Sichtbarkeit. Aber die Menschen, die Sie eigentlich erreichen wollen, kommen darin nicht vor.
Stellen Sie sich den Inhaber eines kleinen Familienweinguts vor. Auf LinkedIn und Instagram ist er fleißig, gelobt wird er vor allem von anderen Winzern. Neue Kundinnen und Kunden erreicht er kaum. Unser erstes Gespräch beginnt mit der Frage: „Darf ich Sie zu Beginn ein wenig kennenlernen?“ Er erzählt, wie ein Hagelsturm ihm vor einigen Jahren die halbe Ernte genommen hat. Und wie er daraufhin mit zwei Nachbarbetrieben die geretteten Trauben zu einem gemeinsamen Wein zusammengelegt hat, statt aufzugeben.
Im Gedankenraum wird klar: Das ist keine Anekdote für die eigene Timeline. Das ist eine Geschichte über Zusammenhalt, die Menschen weit außerhalb der Weinbranche berührt. Im Medienraum bereiten wir sie so auf, wie Redaktionen arbeiten: mit einem klaren Anlass, echten Bildern und einem Menschen, der selbst erzählt. Daraus entstehen ein Bericht in der Regionalzeitung, ein Beitrag im Radio und ein Gastartikel in einem Fachmagazin. Parallel schreibt er die Geschichte selbst für seine Website und erzählt sie im Studio-Talk in eigenen Worten.
Im Resonanzraum zeigt sich der Unterschied zur Blase: Bestellungen von Menschen, die ihn vorher nie gefunden hätten. Ein Restaurant, das den Wein auf die Karte nimmt. Und ein Pressebericht, der bei Google und in KI-Antworten auftaucht, wenn jemand nach Weingütern in der Region sucht.
Nicht der hundertste Beitrag in der eigenen Blase hat ihn sichtbar gemacht, sondern eine echte Geschichte, die unabhängige Redaktionen für erzählenswert hielten.
Probieren Sie es aus: Fragen Sie sich, welche Geschichte aus Ihrer eigenen Erfahrung ein Mensch außerhalb Ihrer Branche weitererzählen würde. Schreiben Sie sie in fünf Sätzen auf, so, als würden Sie sie einer Journalistin am Telefon erzählen. Das ist der Anfang Ihres Weges aus der Bubble.

Wo findet Ihre Sichtbarkeit statt?

Wenn Sie auf Ihre Kommunikation der letzten Monate schauen: Bewegen Sie sich vor allem in Ihrer eigenen Blase, oder dort, wo neue Menschen Sie entdecken können?
Wenn Sie echte Erfahrungen interessieren, die Ihnen auf Ihrem Weg in die Medien helfen, finden Sie hier in den Impulsen regelmäßig neue Beiträge.

KENNEN SIE DAS?

Erkennen Sie sich in diesem Erlebnis wieder?

Echte Sichtbarkeit entsteht außerhalb der eigenen Blase.

ÜBER DEN AUTOR
Dirk Rabis ist seit jeher vollschichtiger Kommunikationsprofi: Bereits Ende der 80er-Jahre gründete er das RPM-Bildungs- und Medienzentrum für Multimedia-Kommunikation, PR, Marketing-, Marken- und Medienentwicklung, wo er als CEO für Entwicklung und Schulung im Bereich der multimedialen, audiovisuellen Medien verantwortlich zeichnete.
Als versierter Content-Stratege und DERKA zertifizierter Online Marketing Manager bespielt er seither unterschiedlichste Kanäle. Hier berät und positioniert er teils sehr prominente Personen und Unternehmen aus Sport, Film, Musik, Politik, Handel, Wirtschaft und Industrie bei der Neuausrichtung ihrer Unternehmensstrategie und Kommunikation.
2004 erhielt er seine Akkreditierung zum internationalen Film-, Musik- und Medienproduzenten, der zwei internationale Award-Auszeichnungen folgten.
Mittlerweile steht er als TV-Redakteur und Talkshow-Moderator auch selbst vor der Kamera.
Seit 2020 schreibt und publiziert Dirk Rabis zudem für den Wissenschaftsverlag Springer Gabler, unter anderem im Fachbuch „Strategien für Dienstleister".
Dirk Rabis, Medienstratege und PR-Berater bei entertain MARKET.

WEITERFÜHRENDE BEITRÄGE

Blog oder Social Media – Was bringt mehr?

Social Media erzeugt Aufmerksamkeit, ein Blog Auffindbarkeit. Warum starke Strategien beide Kanäle verbinden.

Wer in den öffentlichen Medien stattfindet, hat es geschafft

Wie Experten in die öffentliche Berichterstattung kommen: mit Glaubwürdigkeit, eigener Erfahrung und Reputation.