Vielleicht kennen Sie dieses Gefühl: Sie haben ein Jahr lang fleißig gepostet. Fachartikel geteilt, Veranstaltungen gezeigt, Kontakten gratuliert. Die Reaktionen sind freundlich. Und doch sagt niemand: „Sie sind doch die, die …“
Stellen Sie sich eine Personalberaterin vor, der es genau so geht. Im ersten Gespräch fragen wir sie nicht nach ihrem Redaktionsplan, sondern: „Darf ich Sie zu Beginn ein wenig kennenlernen?“ Sie erzählt, warum sie vor zwölf Jahren ihre Konzernkarriere beendet hat. Sie hatte zu oft erlebt, wie gute Menschen scheiterten, nicht an ihrer Leistung, sondern an einer Stelle, die nie zu ihnen gepasst hat.
Genau das ist ihre Perspektive. Und genau die kam in ihren Beiträgen bisher nicht vor.
Im Gedankenraum wird diese Erfahrung zu ihrer Botschaft. Im Medienraum schreibt sie darüber selbst, in ihrer eigenen Sprache, und erzählt im Studio-Talk von dem Moment, in dem sie gekündigt hat. Weniger Beiträge, aber jeder trägt ihre Handschrift. Im Resonanzraum entsteht, was vorher fehlte: Wiedererkennung. Menschen kommen mit genau dieser Frage auf sie zu, weil sie spüren, dass sie aus Erfahrung spricht.
Auch KI-Assistenten wie ChatGPT nennen tendenziell eher Menschen, deren Themen klar erkennbar sind, als solche, die zu allem etwas sagen.
Probieren Sie es aus: Schreiben Sie einen Satz auf: Welches Erlebnis hat Ihren Blick auf Ihr Fach geprägt? Erzählen Sie diese Geschichte in Ihrem nächsten Beitrag, oder sprechen Sie sie in eine Kamera. Sie verrät mehr über Ihre Perspektive als zehn geteilte Fachartikel.