Vielleicht kennen Sie diesen Gedanken: „Ich bin doch kein Influencer. Meine Arbeit soll für sich sprechen.“ Genau diesen Satz sagte mir der Geschäftsführer einer mittelständischen Spedition in unserem ersten Gespräch. Sein Profil war vollständig, das Foto professionell. Der letzte eigene Beitrag lag vier Jahre zurück.
Gleichzeitig beschäftigten ihn zwei Dinge: Er fand kaum noch Fahrerinnen und Fahrer. Und ein wichtiger Kunde hatte sich nach einer Ausschreibung für einen Wettbewerber entschieden, dessen Chef auf LinkedIn regelmäßig über Nachhaltigkeit in der Logistik schrieb.
Ich habe ihn gefragt, was ich jeden Menschen im Erstgespräch frage: „Darf ich Sie zu Beginn ein wenig kennenlernen?“ Und dann erzählte er. Dass er selbst als Lkw-Fahrer angefangen hat. Dass er bis heute einmal im Jahr eine Nachttour mitfährt, um zu verstehen, was seine Leute erleben. Dass er nach der letzten Tour die Pausenräume an zwei Standorten neu hat einrichten lassen.
Das war die Geschichte. Keine Kampagne, kein Slogan. Im Gedankenraum haben wir herausgearbeitet, wofür er steht: Respekt vor der Arbeit auf der Straße. Im Medienraum hat er seinen ersten Beitrag selbst geschrieben, zwölf Sätze über diese eine Nacht, und im Studio-Talk ein kurzes Video aufgenommen, in dem er erzählt, warum der Chef mitfährt. Im Resonanzraum zeigte sich, was ankam: Nachrichten von ehemaligen Kollegen, Anfragen von Fahrern, und ein Einkaufsleiter, der ihn beim nächsten Branchentreffen darauf ansprach.
Probieren Sie es aus: Denken Sie an eine Entscheidung, die Sie in diesem Monat getroffen haben und die Ihnen nicht leichtgefallen ist. Schreiben Sie in fünf Sätzen auf, was passiert ist, warum Sie so entschieden haben und was Sie daraus mitnehmen. Ohne Fachbegriffe, ohne KI, so wie Sie es einem Kollegen beim Kaffee erzählen würden. Wenn Ihnen das Schreiben schwerfällt, nehmen Sie es als einminütiges Video mit dem Smartphone auf. Das ist Ihr erster Beitrag.