Wo ein Beitrag hingehört, entscheide ich mit meinen Kunden anhand von drei Fragen:
Bewegt sich dort Ihre Zielgruppe? Entscheider scrollen selten durch TikTok, um Fachleute zu finden.
Hat der Ort Relevanz? Ein Beitrag zwischen Tanzvideos und Werbespots wirkt anders als einer in einem redaktionellen Umfeld.
Ist der Beitrag dauerhaft auffindbar, mit einer Quelle, die man nachvollziehen kann? Was im Feed nach zwei Tagen verschwindet, kann niemand zitieren.
Als Journalist weiß ich, wie Recherche beginnt: fast immer mit einer Suche. Wer ein Thema vorbereitet, sucht Menschen mit Substanz und Belege, dass sie es auch vor Publikum sagen können. Ein Clip in einem Algorithmus-Feed hilft dabei wenig. Ein Gespräch, das an einem seriösen Ort dauerhaft abrufbar ist, sehr viel.
Genau deshalb bekommt die Mediathek einen anderen Stellenwert. Unser Sendeformat „Talktime Hessen“ ist heute als Video und Podcast in der Mediathek Deutschland abrufbar, die sich selbst als werbefreie Videoplattform versteht. Kein Werbeblock mitten im Gedanken, keine Einspielung, die den Faden reißt. Dass unsere Formate dort stehen, verstehen wir als Auszeichnung. Und dass Mediatheken ein Ort für Inhalte mit Tiefe sind, zeigt auch die ARD/ZDF-Medienstudie: Die Mediatheken von ARD und ZDF erreichen inzwischen ähnlich viele Menschen wie die großen Streamingdienste.
Heißt das: nie wieder YouTube, Instagram oder TikTok? Nein. Für Unterhaltung, für den kurzen Moment und als Teaser sind sie wertvoll. Nur das Zuhause Ihres Gesprächs sollten sie nicht sein.