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MEDIENRAUM

Hören, mitlesen, nachlesen: Ein Willkommen für alle

Von Dirk Rabis, Medienstratege · Veröffentlicht am 16.10.2026 · Themen: Audiogramm, Transkript, Untertitel, Bedienung per Tastatur
Dirk Rabis lächelnd an einem Tisch im Bühnenlicht, eine Brille in der Hand, rechts eine Nahaufnahme seines Gesichts. Dazwischen der Schriftzug „Strategien & Impulse“ und „Orientierung braucht Räume“ mit Pfeilen zu Gedankenraum, Medienraum und Studiotalk.

Nicht jeder kann zuhören, wenn Sie sprechen

Stellen Sie sich drei Menschen vor, die genau jetzt Ihre Website öffnen. Die eine sitzt im Zug, und die Kopfhörer liegen zu Hause auf dem Schreibtisch. Der andere hört schlecht oder gar nicht. Und die dritte liest ohnehin lieber, weil sie dabei ihr eigenes Tempo behält.
Alle drei wollen in den ersten Sekunden dasselbe wissen: Wer spricht hier, und hat das etwas mit mir zu tun?
Audio im Netz wird oft so gebaut, als gäbe es nur die Menschen mit Kopfhörern. Für unser Willkommen auf der Startseite wollten wir es anders machen.

Eine Aufnahme, drei Wege

Am Anfang steht eine ganz normale Studioaufnahme, gut eine Minute lang, eingesprochen in unserem Tonstudio im Taunus und fertig abgemischt. Daran ändern wir danach nichts mehr. Es gibt keinen Schnitt und keine Nachbearbeitung, nur die Lautstärke wird angeglichen. Was Sie hören, ist das, was im Studio gesagt wurde.
Aus dieser einen Datei entstehen drei Wege zur selben Botschaft:
Hören. Der Player zeigt die Wellenform der echten Aufnahme. Man sieht, wo die Stimme kräftiger wird, wo eine Pause liegt und wie lang das Ganze ist. Das wirkt wie ein Detail, nimmt aber eine kleine Hürde: Wer sieht, was ihn erwartet, tippt eher auf Abspielen.
Mitlesen. Der gesprochene Text läuft im Bild mit, und das Wort, das gerade fällt, leuchtet in Gold. Das Video startet ohne Ton, sobald es sichtbar wird, und wenn an Ihrem Gerät „Bewegung reduzieren“ eingestellt ist, startet es gar nicht von selbst. Den Ton schalten Sie selbst ein, wenn Sie mögen, und anhalten können Sie das Video jederzeit. Wer den Ton nicht einschalten kann oder will, versteht trotzdem jedes Wort.
Nachlesen. Auf der Startseite steht unter dem Video der vollständige Text als Transkript, gleich hinter „Transkript lesen“. Es ist der unscheinbarste der drei Wege und vielleicht der wichtigste. Ein Screenreader kann ihn vorlesen, Sie können ihn in Ruhe durchgehen, und auch Suchsysteme erfahren daraus, wer hier spricht und worum es geht. Ein Versprechen für das Ranking ist das nicht. Text neben dem Video ist aber eine gute Grundlage, für Menschen und für Maschinen.
Noch am Tag der Aufnahme stand das Willkommen auf der Startseite, und zwar in zwei Fassungen: auf dem Smartphone im Hochformat eine eigene, hohe Fassung, sonst die Breitbild-Fassung, damit Gesicht, Text und Player nicht zu klein werden.

ZWEI FASSUNGEN, EINE AUFNAHME

Quer und hoch im Vergleich

Auf der Startseite sehen Sie je nach Gerät nur eine der beiden Fassungen. Hier stehen beide nebeneinander, damit Sie sie auf jedem Gerät vergleichen können. Gestartet wird erst, wenn Sie es möchten, und es läuft immer nur ein Video.

Breitbild 16:9Für Desktop, Tablet und Smartphone im Querformat
Hochformat 9:16Für das Smartphone im Hochformat

Was eine Software dabei tut und was nicht

Den ersten Entwurf des Transkripts schreibt eine Software. Das geht schnell und erspart viel Tipparbeit. Fertig ist es damit aber noch nicht. Namen, Fachbegriffe und Satzzeichen liest ein Mensch gegen, und erst dann wird der Text freigegeben.
Dabei gilt bei uns eine einfache Reihenfolge: Maßgeblich ist das, was im Studio gesprochen wurde. Beim Einsprechen habe ich im zweiten Durchgang ein Wort getauscht und mich „Buchautor“ genannt, wo im Entwurf noch „Journalist“ stand. Also steht im Transkript „Buchautor“.
Die Software hilft beim Schreiben. Die Stimme bleibt echt, und der Text folgt ihr.

Ehrlich gesagt: Wir sind noch unterwegs

Barrierefrei nennen wir unser Willkommen bewusst nicht. Dafür müsste mehr geprüft sein, als wir bisher getan haben. Wir sagen Ihnen lieber, was es gibt und was wir ausprobiert haben.
Es gibt Untertitel, die fest im Bild stehen, und den vollständigen Text als Transkript direkt unter dem Video. Das Video lässt sich jederzeit anhalten und fortsetzen, und wer pausiert hat, bleibt pausiert, auch nach dem Wegscrollen. Den Ton schalten Sie selbst zu. Alle Bedienelemente erreichen Sie mit der Tastatur, und beim Springen sehen Sie den Fokus. In Safari am Mac braucht es dafür die Wahltaste zusammen mit der Tab-Taste oder eine Einstellung im Browser. Für Screenreader verweist das Video auf das Transkript. Ist an Ihrem Gerät „Bewegung reduzieren“ eingestellt, startet das Video nicht von selbst: Dann sehen Sie ein Standbild mit „Video abspielen“, und das Video wiederholt sich nicht.
Ausprobiert haben wir das auf dem Mac und auf dem iPhone, auch mit VoiceOver und mit „Bewegung reduzieren“. Ein Protokoll der Ansagen haben wir nicht. Mit NVDA und JAWS unter Windows und in weiteren Browsern haben wir es nicht getestet.
Ein Lernmoment gehört dazu: Auf dem iPhone im Querformat verdeckten die Knöpfe zunächst die Beschriftung des Videos. Das fiel erst beim Test auf dem Gerät auf. Jetzt sind die Symbole im Querformat kompakt und verdecken nichts mehr. Ausprobieren auf echten Geräten lässt sich durch nichts ersetzen.
Noch offen ist einiges. Eine zuschaltbare Untertitelspur gibt es nicht. Das ist eine Entscheidung für den Moment, weil die Untertitel ohnehin im Bild stehen. Denkbar ist später eine Fassung ohne eingebrannte Untertitel, dafür mit zuschaltbarer Spur. Entschieden ist dazu nichts. Wie gut die noch nicht gesprochenen Wörter im Bild lesbar sind, haben wir nicht gemessen. Möglich sind außerdem ein größerer Bedienbereich am Pfeil des Transkripts und Anhalten-Knöpfe für die weiteren Videos der Startseite.
Mein Eindruck nach diesem ersten Schritt: Zugang für alle beginnt lange vor der Technik, nämlich bei der Frage, für wen man eigentlich spricht.

Probieren Sie es selbst

Das Willkommen läuft auf der Startseite dieser Website. Öffnen Sie es einmal ohne Ton und lesen Sie einfach mit. Klappen Sie danach das Transkript auf und fragen Sie sich: Hätte ich auch so verstanden, worum es geht?
Wie aus einem einzigen Gespräch Cover, Audiogramm, Vodcast und ein auffindbarer Beitrag werden, lesen Sie im Beitrag „Gehört, gesehen, gefunden“ weiter unten.

Und Ihre eigene Aufnahme?

Vielleicht haben Sie längst ein Gespräch, einen Vortrag oder eine Folge, die mehr Menschen erreichen könnte. Wie daraus etwas zum Hören, Mitlesen und Nachlesen wird, zeigen wir Ihnen im Medienraum.
STAND DER PRÜFUNG
Stand: 16.10.2026. Geprüft live im Browser auf der veröffentlichten Startseite: Reihenfolge der Tab-Taste, Anhalten und Fortsetzen, Hinweistext für Screenreader, Fokusrahmen. Von Dirk Rabis auf Mac und iPhone ausprobiert, auch mit VoiceOver und „Bewegung reduzieren“, ohne wörtliches Protokoll der Ansagen.
Nicht geprüft: NVDA und JAWS unter Windows, weitere Browser und Geräte. Als Maßstab dienten die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.2, Stufe AA. Eine Aussage darüber, ob diese Richtlinien vollständig erfüllt sind, ist damit nicht verbunden.

KENNEN SIE DAS?

Für wen sprechen Sie eigentlich?

Im Studio-Talk schauen wir gemeinsam, wer Ihnen heute zuhört, wer mitliest und wen Sie noch gar nicht erreichen.

ÜBER DEN AUTOR
Dirk Rabis ist seit jeher vollschichtiger Kommunikationsprofi: Bereits Ende der 80er-Jahre gründete er das RPM-Bildungs- und Medienzentrum für Multimedia-Kommunikation, PR, Marketing-, Marken- und Medienentwicklung, wo er als CEO für Entwicklung und Schulung im Bereich der multimedialen, audiovisuellen Medien verantwortlich zeichnete.
Als versierter Content-Stratege und DEKRA zertifizierter Online Marketing Manager bespielt er seither unterschiedlichste Kanäle. Hier berät und positioniert er teils sehr prominente Personen und Unternehmen aus Sport, Film, Musik, Politik, Handel, Wirtschaft und Industrie bei der Neuausrichtung ihrer Unternehmensstrategie und Kommunikation.
2004 erhielt er seine Akkreditierung zum internationalen Film-, Musik- und Medienproduzenten, der zwei internationale Award-Auszeichnungen folgten.
Mittlerweile steht er als TV-Redakteur und Talkshow-Moderator auch selbst vor der Kamera.
Seit 2020 schreibt und publiziert Dirk Rabis zudem für den Wissenschaftsverlag Springer Gabler, unter anderem im Fachbuch „Strategien für Dienstleister“.
Dirk Rabis, Medienstratege und PR-Berater bei entertain MARKET.

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