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MEDIENSTRATEGIE

Warum gute Kommunikation selten mit einer Plattform beginnt

Von Dirk Rabis, Medienstratege · Veröffentlicht am 15.01.2026 · Themen: Medienstrategie, Plattformen, Positionierung
Titelbild zum Beitrag: Gute Kommunikation beginnt mit der Botschaft, nicht mit der Wahl der Plattform.

Viele Gespräche beginnen mit der falschen Frage

Wer seine Kommunikation neu ausrichten möchte, beginnt das Gespräch häufig mit einer sehr konkreten Frage.
Sollten wir stärker auf LinkedIn setzen? Brauchen wir vielleicht einen Podcast? Oder sollten wir mehr Videos produzieren?
Diese Fragen sind verständlich. Doch sie greifen meist zu kurz.
Denn gute Kommunikation beginnt selten mit der Plattform.

Was möchten Sie eigentlich bewirken?

Gute Kommunikation beginnt mit einer anderen Überlegung: Was soll sich verändern, wenn Menschen Ihnen begegnen?
Erst wenn diese Frage beantwortet ist, wird die Wahl des Mediums sinnvoll.

Jedes Medium hat seine eigene Stärke

  • Ein Podcast eignet sich hervorragend für Tiefe und Gespräch.
  • LinkedIn ist eine starke Plattform für Perspektiven und Diskurs.
  • Video transportiert Persönlichkeit und Emotion.
Doch keine dieser Plattformen ersetzt die Klarheit über die eigene Botschaft.
Wer weiß, wofür er steht, kann jedes Medium sinnvoll nutzen. Wer diese Klarheit noch sucht, wird auch auf der besten Plattform wenig Wirkung entfalten.

Ein Beispiel: Vom Podcast-Wunsch zur eigenen Geschichte

Vielleicht kennen Sie diese Situation aus einer Besprechung: Jemand sagt „Wir brauchen einen Podcast. Der Wettbewerb hat auch einen.“ Alle nicken. Und schon geht es um Mikrofone, Titel und Folgenplanung, bevor irgendjemand gefragt hat, was eigentlich erzählt werden soll.
Stellen Sie sich den Geschäftsführer eines Maschinenbauers in dritter Generation vor, der genau mit diesem Wunsch kommt. Unser erstes Gespräch beginnt trotzdem nicht beim Podcast, sondern mit einer Frage: „Darf ich Sie zu Beginn ein wenig kennenlernen?“ Er erzählt von seinem Großvater, der die Firma in einer Garage gegründet hat. Und von Mitarbeitenden, die hier ihre Ausbildung gemacht haben und nach vierzig Jahren noch da sind.
Plötzlich wird klar, worum es wirklich geht. Das Unternehmen sucht Fachkräfte und hat eine Geschichte, die kaum ein Wettbewerber so erzählen kann: Hier bleiben Menschen. Der Podcast war nie das Ziel. Er war nur die erste Idee.
Genau das ist die Reihenfolge unserer drei Räume. Im Gedankenraum entsteht die Botschaft aus dem, was er selbst erlebt hat. Im Medienraum findet sie ihre Form: kurze Videos, in denen Mitarbeitende in eigenen Worten erzählen, warum sie geblieben sind, und LinkedIn-Beiträge, die er selbst schreibt, statt sie schreiben zu lassen. Der Podcast kann später folgen, als Vertiefung. Im Resonanzraum zeigt sich die Wirkung dort, wo sie zählt: in Bewerbungen, die sich auf genau diese Geschichten beziehen.
Auch Suchmaschinen und KI-Assistenten greifen bevorzugt Inhalte auf, die klar erkennen lassen, wofür ein Unternehmen steht.
Probieren Sie es aus: Bevor Sie die nächste Plattform wählen, schreiben Sie in drei Sätzen auf, was Menschen nach dem Kontakt mit Ihnen wissen oder fühlen sollen. In Ihren eigenen Worten, ohne Vorlage. Wenn diese drei Sätze stehen, ergibt sich die passende Bühne fast von selbst.

Von der Idee zur Bühne, nicht umgekehrt

Deshalb lohnt es sich, Kommunikation nicht von außen zu denken. Sondern von innen.
Wenn Sie Ihre eigene Kommunikation betrachten: Beginnt sie eher bei der Plattform oder bei Ihrer Botschaft?

KENNEN SIE DAS?

Erkennen Sie sich in diesem Erlebnis wieder?

Wirkung entsteht, wenn die Botschaft vor der Plattform steht.

ÜBER DEN AUTOR
Dirk Rabis ist seit jeher vollschichtiger Kommunikationsprofi: Bereits Ende der 80er-Jahre gründete er das RPM-Bildungs- und Medienzentrum für Multimedia-Kommunikation, PR, Marketing-, Marken- und Medienentwicklung, wo er als CEO für Entwicklung und Schulung im Bereich der multimedialen, audiovisuellen Medien verantwortlich zeichnete.
Als versierter Content-Stratege und DEKRA zertifizierter Online Marketing Manager bespielt er seither unterschiedlichste Kanäle. Hier berät und positioniert er teils sehr prominente Personen und Unternehmen aus Sport, Film, Musik, Politik, Handel, Wirtschaft und Industrie bei der Neuausrichtung ihrer Unternehmensstrategie und Kommunikation.
2004 erhielt er seine Akkreditierung zum internationalen Film-, Musik- und Medienproduzenten, der zwei internationale Award-Auszeichnungen folgten.
Mittlerweile steht er als TV-Redakteur und Talkshow-Moderator auch selbst vor der Kamera.
Seit 2020 schreibt und publiziert Dirk Rabis zudem für den Wissenschaftsverlag Springer Gabler, unter anderem im Fachbuch „Strategien für Dienstleister“.
Dirk Rabis, Medienstratege und PR-Berater bei entertain MARKET.

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