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MEDIENRAUM

Ein LinkedIn-Auftritt mit Format

Von Dirk Rabis, Medienstratege · Veröffentlicht am 27.10.2026 · Themen: LinkedIn, Video, Formate
Dirk Rabis lächelnd im hellgrauen Strickpullover an einem Tisch im Bühnenlicht, eine Brille in der Hand, rechts eine Nahaufnahme seines Gesichts. Dazwischen der Schriftzug „Strategien & Impulse“ und „Orientierung braucht Räume“ mit Pfeilen zu Gedankenraum, Medienraum und Resonanzraum.

Am Gate wartet ein Rahmen

Zu Hause war der Koffer perfekt gepackt. Das Lieblingshemd liegt obenauf, die bequemen Schuhe stecken in der Seitentasche, und für den Rückflug ist sogar noch Platz für ein Buch. Dann stehen Sie am Gate, und dort wartet dieser kleine Metallrahmen. Da soll er hinein, Ihr Koffer. Mit Rollen. Und mit Griff.
Wer das Maß vorher kennt, lächelt an dieser Stelle nur. Der Koffer gleitet hinein, am Schalter gibt es ein freundliches Nicken, und die Reise beginnt ganz entspannt.
Mit Ihren Inhalten im Netz ist es erstaunlich ähnlich.

Zu Hause bestimmen Sie das Maß

Auf Ihrer eigenen Website sind Sie Gastgeber, Architekt und Bühnenbildner in einer Person. Sie entscheiden, wie groß Ihr Foto wird, ob eine Stimme Ihre Besucher begrüßt und ob kleine Kreise über den Bildschirm schweben. Am Desktop breitet sich alles in voller Größe aus, auf dem Handy rückt es freundlich zusammen. Fachleute nennen das responsive. Ich sage lieber: Die Seite zieht sich für jedes Gerät passend an.
Auf LinkedIn sind Sie Gast. Ein gern gesehener, keine Frage. Aber eben in einem Haus mit eigener Hausordnung, und die hat Maße.
Für mich ergibt sich daraus ein schönes Zusammenspiel. Ihre Website ist das Zuhause Ihrer Inhalte, die Basis, auf der alles ruht. Netzwerke wie LinkedIn sind Verstärker. Sie tragen Ihre Botschaft dorthin, wo Menschen gerade mit dem Daumen unterwegs sind, und laden sie ein, Sie zu Hause zu besuchen.

Bild, Foto oder Video?

So oft erreicht uns diese Frage, dass sie in meinen Gesprächen längst einen Stammplatz hat: Wie zeigen wir uns auf LinkedIn am besten? Im Bild, im Foto oder im Video? Und wenn Video, dann quer in 16:9, hochkant in 9:16 oder in diesem 4:5, das man im Feed immer öfter entdeckt?
Meine Antwort beginnt meist mit einem Lächeln: Jedes Format hat seinen Auftritt. Ein starkes Foto bleibt hängen, ein Video erzählt, eine Stimme berührt. Entscheidend ist, dass alles, was Ihnen am Herzen liegt, auch vollständig ankommt. Denn wer die Hausordnung nicht kennt, wird beschnitten. Ganz wörtlich, in Wirkung und Wahrnehmung.

Unser kleiner Aha-Moment im Hochformat

Wie wir selbst darauf gestoßen sind, erzähle ich Ihnen gern. Mitte Oktober haben wir unser erstes Audiogramm auf LinkedIn gezeigt, im schönen, luftigen Hochformat 9:16. Dann der Blick aufs Handy: Im Feed zeigte LinkedIn nur einen Ausschnitt, ungefähr im Verhältnis 2:3. Oben und unten fehlten jeweils rund 150 Pixel, genau dort, wo Profilbild, Name und Begleittext eingeblendet werden. Erst nach dem Antippen lief das Video im Vollbild, und alles war wieder da.
Ein kurzes Lachen, und dann haben wir nachgemessen, Pixel für Pixel.
Seitdem gilt in unserer Produktion eine einfache Regel: Erst wird die Bühne vermessen, dann entsteht das Bühnenbild.

Von der Idee zum Video in drei Schritten

Wie das konkret aussieht, zeigt ein Beispiel, das mir besonders am Herzen liegt: der Startbereich von DER PR BERATER.

Schritt eins: das Standbild mit Maßband

Rot gestrichelt sehen Sie die Grenzen. Oben, bis 150 Pixel, legt LinkedIn im Format 4:5 auf dem Handy eigene Informationen über das Video. Ab 1160 Pixel nach unten folgen die Bedienelemente der Plattform. Auch seitlich lassen wir Luft. Dazwischen liegt der sichere Bereich, und dort hinein gehört alles, was eine Botschaft trägt: die Überschrift, der Player, der Text. Mein Porträt sitzt dagegen ganz bewusst unten rechts und ragt über die Linie hinaus. Liegt dort später ein Knopf, landet er auf meinem Pullover. Der trägt das mit Fassung.

Schritt zwei: das Video mit Schnittmaske

Jetzt kommt Leben auf die Bühne. Kleine Kreise mit Google, Instagram, Podcast oder Website schweben über das Bild, einer nach dem anderen wird angetippt. Im Player läuft meine Stimme, die Wellenlinie füllt sich mit Gold, und der Text darunter liest Wort für Wort mit. Über allem liegen noch die roten Zonen, wie Klebestreifen auf dem Boden einer Theaterbühne. So sehen wir in der Postproduktion in jeder Sekunde, ob irgendetwas über die Linie tanzt.

Schritt drei: das fertige Video

Die Markierungen verschwinden, und übrig bleibt das, was Ihnen im Feed begegnet: Foto, Ton und Bewegung in einem einzigen Bild. Kein Knopf legt sich über etwas Wichtiges, und hinter dem Namen verschwindet auch nichts.

DREI SCHRITTE, EIN FORMAT

Vom Maßband zum fertigen Video

Links das Standbild mit den Zonen, in der Mitte die Postproduktion mit Schnittmaske, rechts das fertige Video, so wie es auf LinkedIn erscheint. Tippen Sie ein Video an, um es abzuspielen.

Standbild im Format 4:5: der Startbereich von DER PR BERATER mit der Frage „Wo sollte ich heute präsent sein?“, Audio-Player, mitlaufendem Text, schwebenden Kreisen und Dirk Rabis unten rechts. Rot gestrichelte Linien markieren oben 150 Pixel und unten ab 1160 Pixel die Bereiche, die LinkedIn belegt, dazwischen den sicheren Bereich.
Schritt 1Das Standbild mit MaßbandOben bis 150 Pixel, unten ab 1160 Pixel: Hier blendet LinkedIn eigene Elemente ein.
Schritt 2Das Video mit SchnittmaskeIn der Postproduktion liegen die Zonen als eigene Ebene über dem Bild.
Schritt 3Das fertige VideoSo erscheint es im Feed: Foto, Ton und Bewegung in einem Bild.

Eine Startseite mit zwei Leben

Und jetzt verrate ich Ihnen, was mich an diesem Beispiel am meisten freut. Dieser Startbereich ist eigentlich gar kein Video. Auf der Website ist er ein lebendiges Gefüge aus Elementen, die man anfassen kann: Kreise zum Antippen, ein Player zum Anhören, ein Text, der mitläuft. Am Desktop nativ, in voller Breite und frei skalierbar, auf dem Handy passend zusammengerückt.
Für LinkedIn haben wir genau diesen Moment aufgezeichnet und in 4:5 gesetzt. Wer im Feed darauf stößt und danach bei uns vorbeischaut, erkennt die Seite sofort wieder. Ein bisschen wie beim zweiten Treffen, wenn man das Lächeln schon von Weitem ausmacht.
Die Möglichkeiten fühlen sich dabei fast grenzenlos an. Aus einem Element der Website wird ein Video, aus dem Video ein Beitrag, aus dem Beitrag ein Besuch. Crossmediale Kommunikation, die nicht nach Aufwand aussieht, sondern nach Begegnung.

Warum gerade 4:5?

Für Videos, die einen Beitrag begleiten, ist 4:5 unser Liebling geworden. Auf dem Handy nimmt es deutlich mehr Raum ein als ein Querformat, und trotzdem bleibt darunter Platz für die ersten Zeilen Ihres Begleittextes. Bild und Wort stehen Schulter an Schulter, statt sich gegenseitig zu verdrängen. In den Spezifikationen von LinkedIn für Videoanzeigen ist 1080 mal 1350 Pixel die größte Auflösung für dieses Format, und genau so produzieren wir.
Ausgedient haben die anderen Formate deshalb nicht. 16:9 bleibt stark für Vorträge, Interviews und die Website am Desktop. 9:16 spielt seine Stärken im Vollbild aus und auf Ihrer Website am Handy. Im LinkedIn-Feed wird es nach unserer Erfahrung zunächst angeschnitten. Wer das weiß, plant es einfach mit ein.

Wenn Foto, Ton und Bewegung zusammenspielen

Was mich an diesem kleinen Video so begeistert, ist das Miteinander. Da ist ein Gesicht, das man wiedererkennt, und mit ihm Nähe. Dazu kommt eine Stimme, die mehr über einen Menschen verrät als jede Zeile Text. Und weil sich auf dem Bildschirm etwas regt, bleibt der Blick einen Moment länger.
Man sieht es, man hört es, und man liest mit. Wer so angesprochen wird, behält es. In einem Feed, in dem sich vieles ähnelt, fällt ein solches Zusammenspiel freundlich aus der Reihe.
Bevor Ihr nächstes Video in den Feed geht, nehmen Sie sich ein paar Minuten für diese Fragen.
UNSER TIPP · VOR DEM HOCHLADEN

Sechs Fragen, bevor Ihr Video auf LinkedIn geht

1
Kennen Sie die Bühne?
Legen Sie die Zonen der Plattform als zusätzliche Ebene über Ihr Video, und zwar bevor Sie gestalten.
2
Steht das Wichtigste in der Mitte?
Überschrift, Gesicht und Kernaussage gehören in den sicheren Bereich.
3
Was darf über den Rand?
Hintergrund und Kleidung dürfen in die Zonen ragen, Schrift und Schaltflächen im Bild nicht.
4
Trägt es auch ohne Ton?
Im Feed startet ein Video meist stumm. Mitlaufender Text oder eingebrannte Untertitel erzählen weiter.
5
Macht der erste Blick neugierig?
Wählen Sie ein Vorschaubild, das auch im Stillstand Lust aufs Abspielen macht.
6
Haben Sie es auf dem Handy gesehen?
Schauen Sie sich das fertige Video einmal mit Maske und einmal ohne auf dem eigenen Smartphone an.

Ihr Format, Ihr Auftritt

Sie planen selbst ein Video, quer, hochkant oder in 4:5? Bei entertain MARKET entsteht es von der ersten Idee bis zur Fassung, die auf jeder Bühne vollständig ankommt.
Die Schnittmaske ist dabei immer mit im Spiel. Damit von Ihrem Auftritt nichts verloren geht.

Und Ihr nächster Auftritt?

Ihre Website ist Ihr Zuhause, LinkedIn Ihre Gastbühne. Wer die Maße dieser Bühne kennt, bringt alles mit, was ihm wichtig ist: das Gesicht, die Stimme, den Gedanken. Vollständig und unbeschnitten.
Wenn Sie mögen, achten Sie bei Ihrem nächsten Video einmal ganz bewusst auf den oberen und den unteren Rand. Vielleicht entdecken Sie dort etwas, das bisher still verschwunden ist.
Und hier die Frage, die heute ganz Ihnen gehört: Was soll auf Ihrer nächsten Bühne unbedingt im Bild sein?
GUT ZU WISSEN
Quellen: LinkedIn Marketing Solutions, „Video Ads Specs“ (business.linkedin.com, abgerufen am 27.10.2026): Hochformat 4:5 bis 1080 × 1350 Pixel, 9:16 bis 1080 × 1920, 16:9 bis 1920 × 1080, Dateityp MP4, empfohlen werden 30 Bilder pro Sekunde. Die Angaben gelten für Videoanzeigen. HubSpot Knowledge Base, „Image and video requirements for social posts“ (Stand 02.06.2026): Videos in LinkedIn-Beiträgen im Seitenverhältnis 1:2,4 bis 2,4:1, ein Video je Beitrag, bis zu neun Bilder. Die Hilfeseiten von LinkedIn selbst waren für unseren Abruf nicht zugänglich.
Die Zonen oben und unten stammen aus unseren eigenen Messungen am Smartphone im Oktober 2026. LinkedIn kann seine Oberfläche jederzeit ändern.
Recherchestand: 27.10.2026. Die Quellen geben den Stand ihrer Urheber wieder und können sich seitdem geändert haben. Dieser Beitrag ist eine Orientierungshilfe und keine Rechtsberatung. Mehr dazu in unseren Hinweisen zu Quellen und rechtlichen Themen.

KENNEN SIE DAS?

Was soll auf Ihrer nächsten Bühne unbedingt im Bild sein?

Im Studio-Talk schauen wir gemeinsam auf Ihre Formate und sorgen dafür, dass Ihre Botschaft vollständig ankommt.

ÜBER DEN AUTOR
Dirk Rabis ist seit jeher vollschichtiger Kommunikationsprofi: Bereits Ende der 80er-Jahre gründete er das RPM-Bildungs- und Medienzentrum für Multimedia-Kommunikation, PR, Marketing-, Marken- und Medienentwicklung, wo er als CEO für Entwicklung und Schulung im Bereich der multimedialen, audiovisuellen Medien verantwortlich zeichnete.
Als versierter Content-Stratege und DEKRA zertifizierter Online Marketing Manager bespielt er seither unterschiedlichste Kanäle. Hier berät und positioniert er teils sehr prominente Personen und Unternehmen aus Sport, Film, Musik, Politik, Handel, Wirtschaft und Industrie bei der Neuausrichtung ihrer Unternehmensstrategie und Kommunikation.
2004 erhielt er seine Akkreditierung zum internationalen Film-, Musik- und Medienproduzenten, der zwei internationale Award-Auszeichnungen folgten.
Mittlerweile steht er als TV-Redakteur und Talkshow-Moderator auch selbst vor der Kamera.
Seit 2020 schreibt und publiziert Dirk Rabis zudem für den Wissenschaftsverlag Springer Gabler, unter anderem im Fachbuch „Strategien für Dienstleister“.
Dirk Rabis, Medienstratege und PR-Berater bei entertain MARKET.

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