Auf Ihrer eigenen Website sind Sie Gastgeber, Architekt und Bühnenbildner in einer Person. Sie entscheiden, wie groß Ihr Foto wird, ob eine Stimme Ihre Besucher begrüßt und ob kleine Kreise über den Bildschirm schweben. Am Desktop breitet sich alles in voller Größe aus, auf dem Handy rückt es freundlich zusammen. Fachleute nennen das responsive. Ich sage lieber: Die Seite zieht sich für jedes Gerät passend an.
Auf LinkedIn sind Sie Gast. Ein gern gesehener, keine Frage. Aber eben in einem Haus mit eigener Hausordnung, und die hat Maße.
Für mich ergibt sich daraus ein schönes Zusammenspiel. Ihre Website ist
das Zuhause Ihrer Inhalte, die Basis, auf der alles ruht. Netzwerke wie LinkedIn sind Verstärker. Sie tragen Ihre Botschaft dorthin, wo Menschen gerade mit dem Daumen unterwegs sind, und laden sie ein, Sie zu Hause zu besuchen.
So oft erreicht uns diese Frage, dass sie in meinen Gesprächen längst einen Stammplatz hat: Wie zeigen wir uns auf LinkedIn am besten? Im Bild, im Foto oder im Video? Und wenn Video, dann quer in 16:9, hochkant in 9:16 oder in diesem 4:5, das man im Feed immer öfter entdeckt?
Meine Antwort beginnt meist mit einem Lächeln: Jedes Format hat seinen Auftritt. Ein starkes Foto bleibt hängen, ein Video erzählt, eine Stimme berührt. Entscheidend ist, dass alles, was Ihnen am Herzen liegt, auch vollständig ankommt. Denn wer die Hausordnung nicht kennt, wird beschnitten. Ganz wörtlich, in Wirkung und Wahrnehmung.
Wie wir selbst darauf gestoßen sind, erzähle ich Ihnen gern. Mitte Oktober haben wir unser erstes Audiogramm auf LinkedIn gezeigt, im schönen, luftigen Hochformat 9:16. Dann der Blick aufs Handy: Im Feed zeigte LinkedIn nur einen Ausschnitt, ungefähr im Verhältnis 2:3. Oben und unten fehlten jeweils rund 150 Pixel, genau dort, wo Profilbild, Name und Begleittext eingeblendet werden. Erst nach dem Antippen lief das Video im Vollbild, und alles war wieder da.
Ein kurzes Lachen, und dann haben wir nachgemessen, Pixel für Pixel.
Seitdem gilt in unserer Produktion eine einfache Regel: Erst wird die Bühne vermessen, dann entsteht das Bühnenbild.
Wie das konkret aussieht, zeigt ein Beispiel, das mir besonders am Herzen liegt: der Startbereich von DER PR BERATER.
Rot gestrichelt sehen Sie die Grenzen. Oben, bis 150 Pixel, legt LinkedIn im Format 4:5 auf dem Handy eigene Informationen über das Video. Ab 1160 Pixel nach unten folgen die Bedienelemente der Plattform. Auch seitlich lassen wir Luft. Dazwischen liegt der sichere Bereich, und dort hinein gehört alles, was eine Botschaft trägt: die Überschrift, der Player, der Text. Mein Porträt sitzt dagegen ganz bewusst unten rechts und ragt über die Linie hinaus. Liegt dort später ein Knopf, landet er auf meinem Pullover. Der trägt das mit Fassung.
Jetzt kommt Leben auf die Bühne. Kleine Kreise mit Google, Instagram, Podcast oder Website schweben über das Bild, einer nach dem anderen wird angetippt. Im Player läuft meine Stimme, die Wellenlinie füllt sich mit Gold, und der Text darunter liest Wort für Wort mit. Über allem liegen noch die roten Zonen, wie Klebestreifen auf dem Boden einer Theaterbühne. So sehen wir in der Postproduktion in jeder Sekunde, ob irgendetwas über die Linie tanzt.
Die Markierungen verschwinden, und übrig bleibt das, was Ihnen im Feed begegnet: Foto, Ton und Bewegung in einem einzigen Bild. Kein Knopf legt sich über etwas Wichtiges, und hinter dem Namen verschwindet auch nichts.