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GEDANKENRAUM

Ich mag mich auf Fotos nicht.

Von Dirk Rabis, Medienstratege · Veröffentlicht am 17.10.2026 · Themen: Businessfotos, Ausstrahlung, Fotoshooting
Dirk Rabis lächelnd an einem Tisch im Bühnenlicht, eine Brille in der Hand, rechts eine Nahaufnahme seines Gesichts. Dazwischen der Schriftzug „Strategien & Impulse“ und „Orientierung braucht Räume“ mit Pfeilen zu Gedankenraum, Medienraum und Studiotalk.

Der Abend davor

Am Schrank hängt schon die Auswahl für morgen. Ein Blazer, zwei Lieblingsteile, vielleicht noch ein drittes, nur für den Fall. Morgen ist Fototag. Neue Bilder für Ihre Website, für Ihr Profil auf LinkedIn, für die nächste Anfrage aus einer Redaktion. Bilder, die zeigen sollen, wer Sie im Beruf sind, und die dabei ganz nach Ihnen aussehen.
Und irgendwo zwischen Vorfreude und Bauchkribbeln meldet sich eine leise Stimme: „Ich mag mich auf Fotos nicht.“
Falls Ihnen diese Stimme vertraut ist, habe ich eine gute Nachricht. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich sie höre.

Ein Satz, der mehr verspricht, als er klingt

Klingt verrückt? Auf den ersten Blick wirkt dieser Satz wie ein Rückzug. In Wahrheit verrät er etwas Wunderbares: Es ist mir nicht gleichgültig. Nicht gleichgültig, wie ich wirke. Nicht gleichgültig, wie andere mich erleben. Wem alles egal ist, der sagt so etwas nicht. Der lässt es einfach geschehen.
Mir geht es übrigens genauso. Rund dreißig Jahre bin ich jetzt mal vor, mal hinter Objektiven unterwegs. Ich moderiere, trainiere Interviews, coache Menschen. Steht ein Business-Shooting für mich an, ist es sofort da: das Kribbeln im Bauch, die leicht feuchten Hände, das Herzklopfen. Längst weiß ich, woher ich dieses Gefühl kenne. Es ist dasselbe wie kurz vor einer Sendung, bevor das rote Licht angeht. Der Körper spürt, dass gleich etwas Wichtiges passiert. Ich nenne es inzwischen Lampenfieber mit Vorfreude.

Gleich lernen Sie jemanden kennen

Und zwar sich selbst. Vor der Kamera bekommen Sie einen Blick geschenkt, der sonst nur anderen gehört. Für einen Moment treten Sie neben sich und sehen, was Ihr Gegenüber sieht.
Darum höre ich beim Durchschauen der ersten Bilder so oft: „Das bin doch nicht ich.“ Oder: „So habe ich mich noch nie gesehen.“ Wer zum ersten Mal die eigene Stimme aus einem Mikrofon hört, staunt genauso: „Ich klinge ja ganz anders, als ich mich selbst höre.“
Darauf dürfen Sie sich freuen. Dürfen. Ein schönes Wort für diesen Augenblick. Wann sonst haben Sie die Gelegenheit, sich so zu erleben, wie es andere längst tun?

Wenn es losgeht

Dann ist er da, der Tag. Eine herzliche Umarmung zur Begrüßung, ein echtes Kennenlernen. Die Make-up-Artistin will wissen, wer da vor ihr sitzt, und erzählt schon, worauf ich mich freuen darf. Sie bereitet mich so vor, dass die Fotografin oder der Fotograf mich später genau so einfangen kann, wie ich es mir wünsche.
Irgendwann lasse ich mich fallen. Ein Pinselstrich auf der Stirn, ein Lachen, das mir herausrutscht, und an die Kamera denke ich längst nicht mehr.

„Zeig mich, wie du mich siehst“

Weil ich so oft vor Kameras stehe, habe ich gelernt, Fotografinnen und Fotografen etwas zu schenken: Freiheit. Die Freiheit, selbst zu entscheiden, wie, wo und in welchem Moment sie auf den Auslöser drücken.
„Nimm mich doch bitte einfach mal so auf, wie du mich siehst. Nicht so, wie ich es dir vorgeben würde.“ Diesen Satz höre ich mich oft sagen.
Und raten Sie mal, was dabei entsteht? Meistens die natürlichsten Fotos. Bilder, die mich plötzlich so zeigen, wie mich die Menschen um mich herum tatsächlich erleben. Echt. Nicht künstlich.
Genau so beginnt bei uns jedes Shooting, auch Ihres. Mit Zeit zum Ankommen, mit Vertrauen und mit einer Kamera, die wie ein Gast auf dem Tisch wartet, bis Sie sie vergessen haben.

Kann man da etwas falsch machen?

Gibt es Besonderheiten? Worauf muss ich achten? Diese Fragen höre ich ständig. Und genau hier breche ich gern eine Lanze. Für Sie.
Ja, Businessfotos folgen Regeln. Ein Profilbild muss auf wenigen Zentimetern funktionieren. Der Kopf Ihrer Website braucht Luft für eine Überschrift. Redaktionen schneiden gern selbst zu und freuen sich, wenn sie zwischen hoch und quer wählen können. Licht, Farben und Formate sollen später zu allem passen, was Sie zeigen. Das ist unser Handwerk, und darum kümmern wir uns.
Ihr Teil ist der schönere. Falsch machen können Sie eigentlich nur eines: sich verstellen.
UNSER TIPP · MIR GEHT EIN LICHT AUF

Drei Gedanken für noch mehr Leichtigkeit

1
Die ersten Bilder zählen nicht.
Sie sind zum Warmwerden da, und das ist völlig in Ordnung.
2
Nehmen Sie etwas in die Hand.
Ein vertrauter Gegenstand wirkt wie ein Anker. Ein Werkzeug, ein Musterstück, die Mappe vom letzten Termin. Plötzlich stehen Sie nicht mehr für ein Foto da, sondern für Ihre Arbeit.
3
Tragen Sie, worin Sie sich stark fühlen.
Zwei, drei Lieblingsteile genügen. Welches im Licht am besten trägt, entdecken wir gemeinsam.

Ein Blick in Ihre Galerie

Wenn Sie mögen, scrollen Sie heute Abend durch die Fotos auf Ihrem Handy. Halten Sie bei dem Bild an, auf dem Sie sich wirklich gefallen.
Was haben Sie in diesem Moment getan? Wahrscheinlich haben Sie nicht in eine Kamera geblickt. Sie haben gelebt.

Und wenn Ihr Fototag kommt?

Dann bringen Sie den Satz ruhig mit. Er zeigt mir, dass Ihnen nicht gleichgültig ist, wie Sie gesehen werden. Und damit beginnt jedes gute Bild.
Bis dahin eine Frage, die nur Sie beantworten können: Wann haben Sie sich zuletzt auf einem Foto gemocht?
GUT ZU WISSEN
Fotografiert wird bei Ihnen: im Büro, in der Werkstatt, beim Termin oder draußen vor der Tür.
Nur Produktaufnahmen entstehen auf Wunsch in unserem Studio.

KENNEN SIE DAS?

Wann haben Sie sich zuletzt auf einem Foto gemocht?

Ein kurzes Gespräch im Studio-Talk, und aus dem leisen Satz wird ein Plan für Ihr nächstes Bild.

ÜBER DEN AUTOR
Dirk Rabis ist seit jeher vollschichtiger Kommunikationsprofi: Bereits Ende der 80er-Jahre gründete er das RPM-Bildungs- und Medienzentrum für Multimedia-Kommunikation, PR, Marketing-, Marken- und Medienentwicklung, wo er als CEO für Entwicklung und Schulung im Bereich der multimedialen, audiovisuellen Medien verantwortlich zeichnete.
Als versierter Content-Stratege und DEKRA zertifizierter Online Marketing Manager bespielt er seither unterschiedlichste Kanäle. Hier berät und positioniert er teils sehr prominente Personen und Unternehmen aus Sport, Film, Musik, Politik, Handel, Wirtschaft und Industrie bei der Neuausrichtung ihrer Unternehmensstrategie und Kommunikation.
2004 erhielt er seine Akkreditierung zum internationalen Film-, Musik- und Medienproduzenten, der zwei internationale Award-Auszeichnungen folgten.
Mittlerweile steht er als TV-Redakteur und Talkshow-Moderator auch selbst vor der Kamera.
Seit 2020 schreibt und publiziert Dirk Rabis zudem für den Wissenschaftsverlag Springer Gabler, unter anderem im Fachbuch „Strategien für Dienstleister“.
Dirk Rabis, Medienstratege und PR-Berater bei entertain MARKET.

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